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Corman Artisan

Reisen

2018-03-01

Kulinarische reise nach italien: entdecken sie österliche delikatessen in florenz

Einige Wochen vor Ostern übernehmen Schokoladenglöckchen und -hasen die Oberhand in den Auslagen unserer Bäckereien und Konditoreien.

Mit diesem neuen Beitrag, der den feinsten Delikatessen der weltweiten Patisseriekunst gewidmet ist, entführt Corman Sie in diesem Jahr auf eine kulinarische Reise nach Florenz – in eine Stadt, die uns mit süßen Köstlichkeiten verzaubert, die sowohl nach traditionellen als auch modernen Rezepten zubereitet werden. 

Ostern und seine Rituale: Ein heiliges Ereignis in Italien

Italien ist der Sitz der Katholischen Kirche. Kein Wunder also, dass das Osterfest hier eine fest verankerte Institution ist. Schließlich ist Ostern nach Weihnachten das wichtigste Fest der Kirche.  Die Feierlichkeiten erstrecken sich über die gesamte Osterwoche. Sage und schreibe 3.000 Prozessionen finden landesweit statt.

Der wichtigste Osterbrauch in Florenz ist „Scoppio del Carro“, wortwörtlich übersetzt „Die Explosion der Karren“ oder „Der Wagenknall“. Ihren Ursprung hat diese Tradition in der Zeit des Ersten Kreuzzugs. Am Ostersonntag wird bei der Zeremonie ein Wagen von weißen Ochsen zur Kathedrale von Florenz gezogen, wo eine Taube (ein wichtiges Ostersymbol in Italien) das im Wagen liegende Feuerwerk anzündet.

Ostern in Florenz: Gemeinsam feiern auf Italienisch

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, wo man Ostern für gewöhnlich im Kreise seiner Familie verbringt, stehen in Italien in der Karwoche auch die Freunde im Mittelpunkt. Nicht umsonst sagt man in Italien: „Verbringe Weihnachten mit der Familie und Ostern mit wem du willst.“

In Florenz ist diese Tradition des geselligen Beisammenseins nach wie vor lebendig. Am Ostersonntag versammeln sich alle Gäste um einen Tisch, der von der Gastgeberin liebevoll mit vom Priester gesegneten Eiern, dem Symbol der Fruchtbarkeit und Wiedergeburt, dekoriert wurde. 

Am Ostermontag, der in Italien auch als „Pasquetta“ (das kleine Ostern) oder Lunedì dell'Angelo (der Montag des Engels) bezeichnet wird, unternehmen Freunde und Familie dann gemeinsam einen Ausflug in die Natur und erinnern mit einem Picknick an die Reise der zwei Jünger, die auf dem Weg nach Emmaus kurz vor den Toren Jerusalems dem auferstandenen Jesus begegneten. Städte wie Florenz wirken an diesem Tag wie ausgestorben.

Osterleckereien: Tradition trifft auf Moderne

In Italien und Florenz ist das Dessert der krönende Moment der Osterfeierlichkeiten. 

Eine weitere süße Verführung zu Ostern, die aus der Region Latium stammt, ist der „Pigna dolce“, ein runder, mit Anis verfeinerter Kuchen. Ursprünglich wurde dieser ohne Zusatz von Hefe gebacken, sodass mehrere Tage benötigt wurden, bis der Teig aufgegangen war. Heutzutage verwendet man Hefe und spart dadurch viel Zeit.

Ein weiteres typisches Backwerk, diesmal allerdings in herzhafter Form, ist die „Torta Pasqualina“ (Ostertorte) aus Ligurien, die abgewandelt auch in der Toskana und in anderen Regionen serviert wird. Auf einem Boden aus Blätterteig wird eine Füllung aus Käse und verschiedenem Gemüse, vor allem Spinat, Erbsen und Artischocken, verteilt. Bevor die Gemüsetorte in den Ofen wandert, werden in die Füllung kleine Mulden gedrückt und die Eier in rohem Zustand hineingegeben. Beim Backen werden die Eier dann fest. Auf die Füllung folgt dann noch eine weitere Schicht Blätterteig.

Die „Pastiera Napoletana“ wiederum stammt ursprünglich aus Neapel, wird mittlerweile aber das ganze Jahr über in ganz Italien hergestellt. Der Legende nach wurde die Torte das erste Mal von der Sirene Parthenope, der Stadtgöttin Neapels, zubereitet – als Zeichen ihrer Dankbarkeit für die Geschenke und Gaben der Neapolitaner, die sich von ihren betörenden Liebesgesängen verzaubern ließen. Auch diese süße Osterspezialität steht sinnbildlich für Wiedergeburt und Erneuerung. Auf dem Mürbeteigboden wird eine Mischung aus Ricotta, gekochtem Weizen, Zimt, Zitrone, Butter und Orangenblütenwasser verteilt. Einige lokale Bäckereien verfeinern das Ganze noch mit Konditorcreme, um dem Backwerk eine moderne Note zu verleihen.

Traditionelle Ostereier aus Zartbitter-, Milch- oder weißer Schokolade dürfen in Italien in keinem Haushalt fehlen. Schokoladeneier mögen zwar eine Erfindung der Neuzeit sein, aber das Schenken von echten Eiern, mit Bildern und Widmungen verziert, scheint auf das Mittelalter zurückzugehen. Heute lassen die italienischen Chocolatiers ihrer Fantasie freien Lauf und bieten Ostereier in allen Größen und Stilrichtungen an, um Jung und Alt zu erfreuen. Im Inneren des Eis befindet sich jeweils eine Überraschung, die für ein ganz besonderes Geschenk personalisiert werden kann.

Die „Colomba“ oder Taube: Der Star unter dem italienischen Ostergebäck

Die Taube ist in Italien ein kraftvolles Symbol. Der Vogel, der als Zeichen von Frieden und Reinheit gilt, ist in der Osterzeit überall im Land präsent – und zwar in Form der „Colomba pasquale“. Ihren Ursprung hat diese Spezialität der Legende nach im 6. Jahrhundert, als die Stadt vom Langobardenkönig Alboin erobert wurde. Am Ostertag schenkte ihm ein Bäcker als Zeichen der Versöhnung ein süßes Gebäck in Form einer Taube. Tief bewegt von dieser Geste, entschied sich Alboin, die Stadt zu verschonen. Seither wird die Colomba zu Ostern gebacken.

Heute ist die Colomba das Gegenstück zur Kuchenspezialität Panettone, die zu Weihnachten verzehrt wird, und gilt als das am weitesten verbreitete Ostergebäck in Italien. In der Osterzeit wird die Colomba überall in den italienischen und florentinischen Bäckereien und Konditoreien verkauft. Der Kuchen, der am Ostersonntag serviert wird, ist mittlerweile ein fest verankerter Brauch, der dank Angelo Motta vom Lebensmittelunternehmen Motta in den 1930ern eine Renaissance erlebte. Er nahm ein altes Rezept und begann mit der Produktion und Vermarktung seiner eigenen „Colomba“, einem Hefekuchen in der Form einer Taube mit ausgebreiteten Flügeln, verfeinert mit kandierten Früchten und Mandeln. 

Der Kuchen, der aus einem sehr reichhaltigen Teig in einer hohen Taubenform gebacken wird, schmeckt eher fad: Abgesehen von einer Prise Vanille und einigen kandierten Orangenschalen, beruhen der einzigartige Geschmack und die Konsistenz lediglich auf der großen Menge an Butter und Früchten, die im Teig verwendet wurden.

Heute sind unzählige Abwandlungen der Ostertaube erhältlich. Ob mit Schokolade, Haselnüssen oder einem Schuss Cointreau verfeinert – die neuen Rezepturen verleihen dem traditionellen Backwerk einen Hauch von Originalität und Neuartigkeit. 

Möchten Sie Ihre Osterdesserts mit einer Prise Italiens verfeinern?